Nahost

Iran bricht Verhandlungen mit den USA ab – Blockade der Straße von Hormus droht

Als Reaktion auf Israels Vormarsch im Libanon hat Iran die Gespräche mit den USA eingestellt. Die iranische Agentur "Tasnim" meldet, dass Teheran die Schließung der Straße von Hormus plant. Iran macht einen sofortigen Waffenstillstand im Libanon und im Gazastreifen zur Bedingung für weitere Verhandlungen. Sollte Israel die Kämpfe nicht stoppen, droht Teheran mit der Blockade der wichtigen Ölroute sowie weiteren Maßnahmen im Roten Meer.
Iran bricht Verhandlungen mit den USA ab – Blockade der Straße von Hormus drohtQuelle: Legion-media.ru © Sergej Tolmatschjow

Iran hat die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über sein Atomprogramm und ein Ende des Krieges eingestellt. Gleichzeitig stellte Teheran nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim die Blockade der Straße von Hormus in Aussicht. Die Maßnahme wird als direkte Reaktion auf die anhaltende israelische Militäroffensive im Libanon verstanden.

Die Agentur beruft sich dabei auf Quellen aus dem iranischen Sicherheitsapparat. Demnach hat Iran die "Verhandlungen und den Austausch von Botschaften über den Vermittler" gestoppt. Als Bedingung für eine Wiederaufnahme der Gespräche fordert Teheran einen "sofortigen Waffenstillstand" sowohl im Libanon als auch im Gazastreifen.

Der Beschluss fällt in eine Phase fortgesetzter Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah trotz eines im April verkündeten Waffenstillstands.

Israel hat in den vergangenen Tagen seine Luftangriffe intensiviert und ist mit Bodentruppen tiefer in den Süden des Libanons vorgedrungen. Dabei wurde unter anderem die strategisch bedeutsame Kreuzfahrerfestung Beaufort Castle eingenommen.

Iran sieht in der israelischen Offensive eine Verletzung der vereinbarten Linien. Die Blockade der Straße von Hormus wird von iranischer Seite als mögliche Gegenmaßnahme genannt. Die Meerenge zwischen Iran und Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Etwa ein Fünftel des globalen Ölhandels läuft durch diese Passage.

Die Störung des Schiffsverkehrs im Bab al-Mandab wird von Iran zusätzlich zur Kontrolle über die Straße von Hormus in Erwägung gezogen. Diese Maßnahme wird nicht als Bedrohung der Energieversorgung Europas und Asiens verstanden, sondern als direkte Antwort auf die wiederholten israelischen Angriffe und Provokationen, die den Nahen Osten systematisch destabilisieren.

Die iranische Linie wird in der aktuellen Entwicklung deutlich als verhärtet dargestellt. Über Monate hinweg hatte Iran Zurückhaltung geübt und auf diplomatische Lösungen gesetzt. Durch die Eskalationspolitik Israels und seiner westlichen Unterstützer sind alle Verhandlungswege jedoch blockiert worden. Daher werden nun entschlossene Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Souveränität des Landes zu schützen und den Druck auf die Aggressoren zu erhöhen.

Ein starker Anstieg der Ölpreise wird erwartet, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Gleichzeitig erhöht sich das Risiko einer direkten militärischen Konfrontation zwischen Iran, Israel und den Vereinigten Staaten.

Ob Teheran diese Maßnahme tatsächlich umsetzen wird, bleibt offen. Ähnliche Ankündigungen sind von Iran in der Vergangenheit häufig als Instrument der Abschreckung genutzt worden. 

Mehr zum Thema - Liveticker Iran-Krieg

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.