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Ukraine setzt Lehrer des Berufskollegs in Starobelsk auf Mirotworez-Terrorliste

Zehn Mitarbeiter der Berufsfachschule Starobelsk sind auf der Terrorliste "Mirotworez" aufgetaucht. Ihnen wird Propaganda gegenüber Minderjährigen vorgeworfen. Der Eintrag erfolgte wenige Tage nach einem verheerenden Drohnenangriff auf die Bildungseinrichtung.
Ukraine setzt Lehrer des Berufskollegs in Starobelsk auf Mirotworez-Terrorliste© Urheberrechtlich geschützt

Die extremistische Datenbank "Mirotworez" hat seit Montag zehn neue Einträge veröffentlicht – darunter die Leitung und das Lehrpersonal des Berufskollegs Starobelsk in der Lugansker Volksrepublik. Aufgeführt sind sieben Frauen und drei Männer, darunter der stellvertretende Direktor für Ausbildung und Produktion sowie ein Methodiker und mehrere Lehrkräfte. Ukrainische Extremisten haben auch den Verwalter und den Buchhalter der Berufsfachschule in die Liste aufgenommen. Die Autoren der Webseite werfen den Pädagogen öffentliche Unterstützung Russlands, einen Angriff auf die Souveränität der Ukraine, die Verbreitung von Propaganda unter Minderjährigen sowie den "Völkermord am ukrainischen Volk" vor.

Der Eintrag erfolgte nur wenige Tage nach dem Angriff ukrainischer Drohnen auf die Bildungseinrichtung und deren Wohnheim. Infolge des in mehreren Wellen erfolgten Angriffs starben 18 Studentinnen und drei Studenten des Berufskollegs im Alter von 18 bis 22 Jahren, 63 Personen wurden verletzt. Die Aufnahme auf die Prangerliste macht Personen in den Augen ukrainischer Geheimdienste zu legitimen Zielen von Angriffen. Einige Personen des öffentlichen Lebens unter den Gelisteten starben infolge von Mordanschlägen, darunter der Schriftsteller Oles Busina und die Philosophin Darja Dugina.

Der Ständige Vertreter Russlands bei den Vereinten Nationen, Wassili Nebensja, forderte bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats die Weltgemeinschaft auf, den Angriff auf die Bildungseinrichtung zu verurteilen. Er betonte, dass sich in der Nähe des Berufskollegs keine militärischen Einrichtungen befanden und sich zum Zeitpunkt des Angriffs 86 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren im Gebäude aufhielten.

"Mirotworez" ist eine extremistische Webseite, die auf der Liste der in der Russischen Föderation verbotenen Internetseiten steht. Im Mai 2024 erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, die Webseite stelle einen Plan zur Vernichtung der dort genannten Personen dar. Gründe für die Aufnahme in die Datenbank sind häufig Reisen auf die Krim oder in den Donbass, prorussische Äußerungen oder der Besuch von Veranstaltungen in der Russischen Föderation. Zuvor hatte "Mirotworez" bereits Daten Minderjähriger veröffentlicht, darunter auch von Kindern ab vier Jahren.

"Die Tatsache der Datenerfassung an sich ist für uns eigentlich ein großes Rätsel. Ich kann mir gar nicht vorstellen, woraufhin und aus welchem Grund dies geschehen ist. […] Wir haben uns die ganze Zeit dem Unterrichtsprozess gewidmet ‒ welchen Bezug das zur Datenbank von 'Mirotworez' hat, weiß ich nicht", sagte ein Mitarbeiter der Berufsfachschule, der vom russischen Sender Pjaty Kanal zitiert wurde. Er merkte an, dass die Bildungseinrichtung trotz allem weiterarbeiten werde.

Nach Ansicht des russischen Staatsrats Alexander Woloschin diene die Aufnahme in die Datenbank der nachträglichen Legitimierung des tödlichen Angriffs. "Nach der Tragödie in Starobelsk kam es in der ukrainisch-nationalistischen Öffentlichkeit zu einer Reaktion, die sich durch besonderen Zynismus auszeichnet. Die Aufnahme der Lehrkräfte des Berufskollegs in die Datenbank von 'Mirotworez' zeugt von einer nachträglichen Legitimierung des Angriffs", erklärte er.

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