Meinung

Medwedew bezichtigt Merz des Neonazismus und wünscht sich die Cholera zurück

Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz sehe angesichts des Neonazismus, der Russophobie und der Ukraine-Besessenheit von Friedrich Merz besser aus, schrieb Russlands Chef-Kommentator Dmitri Medwedew am Dienstag auf X. Ein Vergleich zwischen Pest und Cholera, findet unser Autor.
Medwedew bezichtigt Merz des Neonazismus und wünscht sich die Cholera zurückQuelle: Gettyimages.ru © Maja Hitij/Getty Images

Von Alexej Danckwardt

Russlands dritter Präsident Dmitri Medwedew, derzeit im Nationalen Sicherheitsrat für die Rüstungsindustrie zuständig, hat auf X den kriegstüchtigen deutschen Regierungschef Friedrich Merz scharf angegriffen, des Neonazismus bezichtigt und als den "nutzlosesten Bundeskanzler Deutschlands" bezeichnet.

Wörtlich schrieb Medwedew auf X (übersetzt aus dem Englischen): 

"Merz ist eine erbärmliche Schande. Sein Neonazismus, seine Russophobie und seine Ukraine-Besessenheit haben ihn zum nutzlosesten Bundeskanzler Deutschlands gemacht. Selbst Scholz sieht im Vergleich dazu besser aus. Deutsche, werdet ihn los, bevor er euch in einen Krieg mit Russland hineinzieht. Ihr kennt die Folgen solcher Kriege …"

Da mir der grundgesetzwidrige Majestätsbeleidigungsparagraf 188 des deutschen Strafgesetzbuches genauso egal ist, wie er Medwedew am Allerwertesten vorbeigeht, unterschreibe ich diesen Tweet – mit Ausnahme eines Satzes: Scholz sieht nicht besser aus, Dmitri Anatoljewitsch. Scholz sah und sieht aus wie der Klischee-Wehrmachtsoffizier aus Kriegsfilms-Koproduktionen der DDR und der Sowjetunion. Und wie Lagerkommandant Oberst Wilhelm Klink aus der US-Serie "Ein Käfig voller Helden" – nur weit weniger menschlich.

Man soll Menschen nicht nach dem Äußeren beurteilen, gewiss, aber im Fall von Scholz stehen Äußeres und Inneres in perfekter Harmonie.

Ja, haben wir denn vergessen, dass es Scholz war, der im Bundestag offiziell die "Zeitenwende" verkündet hat? Was im Kontext des Nachkriegsdeutschlands nichts anderes bedeutet als die Rückkehr zum Vorkriegsdeutschland, mit allem, was dazugehört. Dass er es war, der alle wirklich relevanten antirussischen (und in ihren Auswirkungen auch antideutschen) Sanktionen mit und ohne die EU eingeführt hat? Inklusive Diebstahls russischen Vermögens (auch Luftpiraterie) und Folter an deutschen und russischen Senioren. Dass er die militärische Unterstützung für die Bandera-Ukraine organisiert hat? Zumindest eine Panzerlieferung an die Ukraine unter der Kanzlerschaft von Scholz war sogar ein unverhohlener Neonazi-Zahlencode. Zufall?

Worin ist er also besser? Worin weniger Neonazi und weniger russophob? Er hat keine Taurus an Kiew geliefert? Das hat trotz aller Rhetorik auch Merz nicht, und der Ersatz – die Lieferung von KI-gesteuerten Langstreckendrohnen aus deutscher Produktion für Terroranschläge tief in Russland – wurde unter Scholz eingefädelt. Der kriegsgeile Bluthund Boris Pistorius ist seine Kreation und sein Parteigenosse.

Überhaupt, die Nostalgie nach Pest (Angela Merkel) oder Cholera (Scholz), weil Deutschland nun vom Turbokrebs befallen ist, werde ich nie verstehen. Der letzte halbwegs vernünftige deutsche Bundeskanzler war Gerhard Schröder, und selbst das mit vielen, vielen Abstrichen.

Wie sagt man in Russland, Dmitri Anatoljewitsch? "Оба хуже" – beide sind schlechter.

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